Erfolg für die Tiere

In den Bahnhofspassagen geht am kommenden Wochenende die Ausstellung Lebensraum Havel zu Ende. Eine solche Ausstellung kann eine gute Idee sein. Leider wird sie vom Veranstalter, der Filmtier Zentrale aus Hamburg, noch nicht gut umgesetzt. Solche Ausstellungen können den Besuchern unsere sonst verborgene Tierwelt und deren Bedürfnisse näher bringen. Damit die Ausstellung der Filmtier Zentrale, die noch in ihren Kinderschuhen steckt, ihrem pädagogischem Anspruch gerecht wird, muss sie noch viel dazu lernen. Dies bedeutet, dass in erster Linie die Ausstellung den Bedürfnissen der Tiere wirklich gerecht werden muss und nicht nur von „artgerecht“ und „naturnah“ gesprochen wird sondern dies auch umgesetzt wird. Das fängt mit sehr grundsätzlichen Dingen, eigentlich Selbstverständlichkeiten, an: Z.B. dass ausreichend Aufsichtspersonal vor Ort ist solange die Ausstellung geöffnet ist, um Störungen der Tiere zu verhindern und dass es in den Ausstellungsräumen während der Nachtruhe wie in der Natur auch dunkel und leise wird. Schlafentzug über Wochen durch Dauerbeleuchtung, Dauerbeschallung und ständige Störungen gleicht einer Folter. Um die Wanderausstellung nachhaltig zu beeinflussen schickt der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V.  seine Verbesserungsvorschläge bezüglich Fütterung und Unterbringung der Tiere an den bereits Einsicht zeigenden Veranstalter, Herr Kirk, – „Damit unsere Tiere optimal gehalten werden, nehmen wir dankbar die Hinweise und Vorschläge des Tierschutzvereins und des Veterinäramtes an und setzen diese um.“ – dessen Ausstellungen auch zukünftig in anderen Städten unter der kritischen Beobachtung der Vereine des Deutschen Tierschutzbundes bleiben wird.

Der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. hat diese Wanderausstellung intensiv beobachtet und in Zusammenarbeit mit den Experten des Deutschen Tierschutzbundes Verbesserungsvorschläge gemacht. Das Centermanagement der Bahnhofspassagen hat, soweit es hierbei helfen konnte, sofort reagiert und einschneidende Maßnahmen zur Verbesserung ergriffen. Für dieses außergewöhnliche Engagement von Frau Jana Walter, der Centermanagerin, die auch über die Feiertage für den Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. ansprechbar war und viel Verständnis für die Tiere hatte, möchte sich der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. noch einmal ausdrücklich bedanken.

Jana Walter, Centermanagerin: „Mit der Ausstellung Lebensraum Havel wollen wir ein breites Publikum für die heimische Tierwelt begeistern. Das Motto lautet: Die Wildnis beginnt vor der eigenen Haustür! Wir freuen uns, täglich mehrmals Schulklassen und Kindergartengruppen die Möglichkeit für eine Führung durch die Ausstellung zu geben. Wenn wir Menschen für Tiere und Naturschutz begeistern möchten, geht das nur mit den Tieren selbst. Dabei liegt unser oberstes Interesse selbstverständlich beim Wohlergehen der Tiere.“

Nicht so erfolgreich war leider die Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt der Stadt Potsdam, die schon zwei Wochen zuvor benachrichtigt wurde leider aber nur geringfügige Verbesserungen für die Tiere erreichte. Dies ist vermutlich keine böse Absicht gewesen, sondern eher der mangelnden Schulung für außergewöhnliche Tiere geschuldet. Kann auch sein dass das Veterinäramt  überlastet ist, wie anders ist zu erklären, dass die Ausstellung, die stark beworben wurde, bis dahin gar nicht kontrolliert wurde. Der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. würde sich auch wünschen in solchen Fällen zukünftig stärker eingebunden zu werden, da er in der Lage ist über sein Netzwerk zu allen Tierfragen einen Experten heranzuziehen.

Der Vorstand des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung e.V.

Kommentare

Lebendige Lebewesen sind keine Ausstellungsobjekte! Wer etwas über die Natur vor der eigenen Tür lernen will sollte einmal einen Fusz in jene Natur vor der eigenen Tür setzen.
Die Verantwortlichen sollten sich temporär VOR der Ausstellung informieren was die Tiere für Bedürfnisse haben und ob/wie man sie an den Ausstellungsorten umsetzen kann..

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