Brief an die OB-Kandidaten und die Parteien
Sehr geehrte Damen und Herren,
am Mittwoch ist Hauptausschusssitzung, in der die Stadtverwaltung das weitere Vorgehen bezüglich der Aussschreibung mit den Stadtverordneten abstimmen will. Hierzu möchten wir die Argumentation der Stadtverwaltung ein wenig beleuchten.
Wie schon 2008 bei der Standortfestlegung sollten der Verwaltung nun genaue Vorgaben gemacht werden. Hätten die Stadtverordneten damals nicht durchgesetzt, dass das Potsdamer Tierheim in Potsdam entstehen muss, würde das Tierheim jetzt höchst wahrscheinlich für die nächsten 15 Jahre oder mehr in Beelitz stehen, hätte aber genauso gut in Kremmen oder Polen stehen können.
Es gibt eine Vielzahl an Tierschutzorganisationen in Deutschland, die einen Wettbewerb sicherstellen. Die Verwaltung scheint sie aber bislang zu ignorieren. Vermutlich hat sie, um nicht Gefahr zu laufen mit dem TSV zusammenarbeiten zu müssen, sich zu sehr auf, das Pfötchenhotel und die Treberhilfe, fixiert und dabei den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen.
Neben dem Tierschutzverein Potsdam, gibt es genügend andere Interessenten im Bereich der Tierbetreuung/Tierschutz. Die Stadt kennt aus den bisherigen Ausschreibungen – sechs an der Zahl – selber mehr als eine Handvoll Anbieter die sich ausschließlich mit der Betreuung und/oder Schutz von Tieren beschäftigen. Andere Vereine und Pensionen aus der Umgebung sind bislang obwohl sie Interesse gehabt hätten nicht angeschrieben worden. Ein neuer Tierschutzverein hat sich mittlerweile gegründet und ein weiterer ist in Planung.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Tierschutzorganisationen in Deutschland, die Tierheime betreiben oder, wie die Tiertafel, betreiben wollen.
Da es eine europaweite Ausschreibung ist, und somit auch europäische Wettbewerber teilnehmen können, fehlt dem Argument, dass es nicht genug Wettbewerb geben würde, erst recht jegliche Grundlage.
Die Kopplung mit einem Sozialprojekt stellt für die Fundtierbetreuung vielmehr eine Reduzierung des Bieterkreises mit entsprechender Kompetenz auf dem Gebiet der Hauptleistung dar.
Sehr geehrte Damen und Herren, für so zukunftsweisend Frau Müller ihre Idee der Kopplung auch hält, so offensichtlich ist die Einschränkung des Bieterkreises weg von Anbietern der Hauptleistung und künstliche Erweiterung in Richtung der Nebenleistung, die daraus folgt.
Frau Müller, Herr Exner und auch Herr Jakobs haben keinen Hehl daraus gemacht, dass sie mit dem TSV nicht mehr zusammenarbeiten wollen. Persönliche Befindlichkeiten dürfen aber nicht Grundlage einer kommunalen Entscheidungen sein.
Auch der Vorsitzende der Vergabekammer empfahl der Stadt die Fundtierbetreuung einzeln auszuschreiben und erst später, wenn geprüft worden ist, ob und wie eine Verknüpfung mit einem Sozialprojekt zum Vorteil beider Aufgaben funktionieren könnte, an eine Erweiterung zu arbeiten. Es wird Zeit, dass zukünftig wieder der Gewinn der Allgemeinheit und nicht der Gewinn des Einzelnen das Ziel ist.
Mit freundlichen Grüßen
Niklas Wanke
Vorsitzender des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung e.V.

Ich hoffe das bald ein Tierheim entsteht!!!