TSV stellt Antrag zum Bau eines Tierheims
Der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. hat am Montag den 14.12.2009 einen Antrag auf Bauvorbescheid bei der Bauaufsicht der Stadt Potsdam eingereicht. Es handelt sich um ein Grundstück in Drewitz an der Grenze zu Rehbrücke und Phillipstal.
Auf das Grundstück der im Jahr 2006 abgebrannten Burgklause hat Herrn Ling, Bürgermeister von Nuthetal, den Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. als in Frage kommenden Ort zur Errichtung eines durch den Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. geführten Tierheims aufmerksam gemacht.
Nach der Zustimmung der Potsdamer Bauaufsicht, dass keine baurechtlichen Bedenken gegen die Errichtung eines Tierheims auf diesem Grundstück bestehen, wird der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. im nächsten Schritt die Anwohner über sein Vorhaben informieren.
Mit dem Bau eines eigenen Tierheims schafft der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. die Basis für seine umfassende Tierschutzarbeit in der Region Potsdam und Potsdam-Mittelmark.
In dem Tierheim in Eiche werden ausschließlich die Verwahr- und Fundtiere der Stadt Potsdam in Erfüllung der behördlichen Pflichtaufgabe betreut. Die Tierschutzarbeit des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung e.V. geht weit darüber hinaus.
Der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. kümmert sich auch um die Tiere, die nicht zur Pflichtaufgaben der Gemeinden gehören, so zum Beispiel um die sogenannten Abgabetiere, damit diese von ihren in Bedrängnis geratenen Besitzern nicht ausgesetzt werden. Hierfür wird dringend ein vereinseigenes Tierheim benötigt.
Ebenso fehlen dringend Plätze zur vorrübergehenden Betreuung der Tiere von Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind.
Außerdem werden dort zukünftig auch die Tiere aus schlechter Haltung, deren Übernahme aus Kostengründen häufig von den Ämter abgelehnt werden, Aufnahme finden.
Auch zur Betreuung der verletzten und hilfsbedürftigen Wildtiere benötigt der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. dringend ein eigenes Tierheim.
Des weiteren wird es immer wichtiger werden, dass für die sich häufenden Fälle von “Animal Hoarding“;
2006 Liebenwalde: 230 Huskies,
2008 Berlin: 1600 Wellensittiche
2009 Hohenbruch: 120 Farbratten
2009 Berlin: 91 Farbratten,
2009 Michendorf: 20 Katzen,
ausreichend Kapazitäten vorgehalten werden.
Das vereinseigene Tierheim wird auch als Basis für die umfangreichen Katzenkastrationsmaßnahmen benötigt, die nicht zu letzt auch dadurch dringender als je zu vor geworden sind, weil in den letzten zwei Jahren nur noch die Hälfte bis ein Drittel der Tiere als Fundtiere anerkannt worden sind. Dies hat sich insbesondere auf die stark ansteigende Katzenpopulation ausgewirkt.
Nicht zu letzt müssen diese abgelehnten Fundtiere vom Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. versorgt werden. Hierzu benötigt wird ein vereinseigenes Tierheim benötigt.
Das Tierheim des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung e.V. soll Zug um Zug errichtet werden, so dass im Laufe der Jahre auf diesem Grundstück alle Projekte des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung e.V. vereint werden können. Im Sinne einer nachhaltigen Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Umgang mit Tieren möchte der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. dort Beratung zur artgerechten Haltung von Tieren, Verhaltenstherapie, Musterschau zur Kleintierhaltung, pädagogisch geleitete Begegnungsstätte für Kinder mit Tieren und vieles mehr anbieten.
Die Lage eines Grundstücks ist für den Kauf das entscheidende Kriterium. Sie gab bei der ehemaligen Burgklause den Ausschlag für die Entscheidung des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung e.V.. Das Grundstück liegt direkt an der Nuthe in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Gewerbegebiet, zwei Tier- und Reithöfen und, getrennt durch die Nuthe, in einiger Entfernung zu einem Ausläufer von Rehbrücke.
Die Verkehrsanbindung des Grundstücks ist über die nahegelegene Autobahnabfahrt Drewitz A115 nahezu perfekt, so dass das Tierheim auch für das Umland gut zu erreichen sein wird. Die Erreichbarkeit über den öffentlichen Nahverkehr ist ebenfalls gewährleistet.
Positiver Nebeneffekt der Errichtung des Tierheims auf den Dürre Wiesen wird die geplante Wiedererrichtung der Königsbrücke über die Nuthe sein, die es den Rehbrückern ermöglichen wird, wie in früheren Zeiten auch zu Fuß die Dürre Wiesen zur Naherholung zu erreichen.

Hallo,
hier mein Kommentar:
bei der Wahl der Lage wurde anscheinend nur das gesehen, was man unbedingt haben möchte. Das von Ihnen fovorierte Objekt Burgklause befindet sich nicht in einiger Entfernung zu einem Ausläufer von Rehbrücke,die Feld- und Richard-Kuckuck-Straße liegen hingegen näher dran, als das Gewerbegebiet, für das sich wohl kein Konflikt mit einem Tierheim ergeben würde.
Die Bewohner der genannten Straßen und auch andere schlagen aber Alarm, weil sie keine Lärmbelästigung haben wollen.
Die genannte Verkehrsanbindung zur Burgklause ist auch nicht gegeben, weil die Ortsumgehung Drewitz als Anlieger- und kreuzugsfreie Straße konzipiert wurde. Die Burgklause ist nur vom Nuthedamm in Drewitz erreichbar und das auch nur von PKW, weil sie unter der nicht sehr hohen Überbrückung der Nuthe (OU Drewitz) hindurch müssen. Die Wiedererrichtung der Königsbrücke wäre rausgeworfenes Geld, da es auf der gegenüberliegenden Seite von Rehbrücke keinen Wanderweg gibt und auch nicht geben wird.
Es gibt doch Plätze mitten im Wald, z.B. das SAGO-Gelände an der B 2 zwischen Potsdam und Michendorf, wo ein Tierheim niemanden stören würde, genügend Auslaufflächen für Hunde vorhanden sind und die Verkehrsanbindung gegeben ist. Die Betreiber vom Tierheim Verlorenwasser haben es doch auch geschafft, ein geignetes Gelände zu finden, wo nicht mit Widerstand zu rechnen ist, der unnütz Geld und Zeit kostet.
Viel Glück (aber nicht für die Burgklause!).
MfG I.Ladeburg
Sehr geehrte Frau Ladeburg,
sie haben Recht, es gäbe geeignetere Plätze für unser Tierheim. Wenn es nach uns gehen würde, hätten wir schon 2006 auf dem SAGO-Gelände mit den Bauarbeiten begonnen. Doch dieses Gelände wird für einen Großinvestor vorgehalten.
Wir hätten auch im Jahr 2007 gerne in Eiche mit dem Neubau begonnen. Im April 2007 einigte sich die Stadt offiziell mit uns auf das Grundstück in Eiche, doch inoffiziell stand schon unsere Kündigung fest.
2008 hätte uns Potsdam das Grundstück des ehemaligen KTC verkaufen können, das die Lösung unsere Probleme gewesen wäre. Sie hat es stattdessen an eine Privatperson verkauft.
Diese Liste ließe sich nach belieben fortsetzen. Potsdam veröffentlichte erst kürzlich, dass sie mit uns in fünf Jahren 30 Grundstücke in Potsdam geprüft hat. Wir haben allein in den letzen 18 Monaten weitere 20 Grundstücke außerhalb der Stadt geprüft. Leider immer ohne Erfolg. Die Suche erstreckt sich nun bereits über mehr als acht Jahre.
Wenn der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam anstatt an der Lösung des Problems zu arbeiten, mit ständig neuen Seitenhieben gegen seine Bürger arbeitet, die sich einer guten Sache verschrieben haben, dann ist etwas grundsätzlich faul in dieser Stadt. Warum konnte uns bislang, immerhin drei Wochen nach der Antragstellung, von der Potsdamer Stadtverwaltung noch nicht beantwortet werden, ob das Grundstück der ehemaligen Burgklause zu Potsdam gehört oder nicht?
Uns wäre es auch lieber, wir fänden ein Grundstück, wo wir keine Schallschutzmaßnahmen treffen müssten. Ein perfektes Grundstück wird es wohl niemals geben (obwohl das SAGO-Gelände nahe dran kam) Bitte seien Sie versichert, dass wir alles tun werden, um ein friedliches und vor allen Dingen für sie ruhiges Miteinander zu ermöglichen.
Mit freundlichen Grüßen
Der Vorstand