Das vollständige Interview mit der PNN
PNN: Welche Erfolge als Vorstand sehen Sie für die vergangenen Jahre? Ist es richtig, dass ihr Verein im vergangenen Jahr (2008) 150 Mitglieder verloren hat? Wenn nein, wie viele dann?
Wanke: Der größte Erfolg des TSV in den letzten drei Jahren ist, dass seit 2008 die gesetzlichen Mindestanforderung an die Unterbringung der Fundtiere eingehalten werden. Gleich danach ist die erreichte öffentliche Aufmerksamkeit, die das Thema Tierschutz nun in Potsdam hat, als Erfolg zu benennen. Eher nebensächlich, aber für die tägliche Arbeit nicht unwichtig ist, dass wir die Mitgliederzahl von etwas über 700 vor auf derzeit über 900 steigern konnten.
PNN: Ist es richtig, dass der Verein defizitär mit mehreren 10000 Euro minus in den vergangenen Jahre gearbeitet hat, die nur durch Erbschaften etc. ausgeglichen werden konnten?
Wanke: Das ist gut, dass Sie das ansprechen. Nein, wir haben zu keiner Zeit Schulden gemacht. Im Gegenteil gerade in der Zeit der Betreibung des Tierheims, konnten wir unsere Rücklagen für ein Vereinstierheim maßgeblich steigern, obwohl sich die Gemeinden an den festgelegten viel zu hohen Betriebs- und Lohnkosten nicht angemessen beteiligt haben. Die Entscheidung unserer Vorgänger das Tierheim zu den vorgegebenen Bedingungen zu betreiben, muss ich hierbei in Schutz nehmen. Sie war dem übergroßen Wunsch geschuldet die Haltungsbedingungen der Tiere nun endlich zu verbessern.
PNN: Ist es richtig, dass Sie persönlich damals die Idee hatten, einen Hund in einen zu kleinen Zwinger zu stecken, ihn fotografieren zu lassen um damit Zustände im Tierheim öffentlich anzuprangern?
Wanke: Nein auch das ist nicht ganz richtig. Die Zwinger in denen Wölfi und Rocky fotografiert wurden, waren genauso groß wie die anderen Zwinger, in denen bis zum Umbau durch den Verein hunderte Hunde, tagein tagaus von Dackel- bis zur Doggengröße gestanden haben und erst dann wurden 22 Zwinger in einer Überreaktion gesperrt, so dass wir die begonnen Arbeiten zur Vergrößerung der Zwinger von nun an mit amtlichen Segen beenden konnten.
PNN: Rechnen Sie sich die Rechtsstreitigkeiten mit der Stadt über den Verbleib von Spendengeldern zu? Sind dabei Kosten für Anwälte und Gericht in Höhe von rund 10.000 Euro entstanden?
Wanke: Man kann es nie allen recht machen. Einen Anwalt einzuschalten war unabdingbar. Hätten wir das nicht getan würde man uns heute genau dies vorwerfen. Für die Abrechnung den Weg über das Gericht zu gehen ist darin begründet, dass wir nur so eine Chance sahen endgültige Rechtssicherheit zu erlangen und die Spenden an den Tierschutzverein dauerhaft zu sichern. Außerdem mussten wir auch bei der Abrechnung der städtischen Konten, die wir über fünf Jahre verwaltet haben haarklein Abrechnung leisten. All das hätte uns als ehrenamtliche Mitglieder allein überfordert. Damals erhob die Stadt immer wieder öffentlich Anspruch auch auf unsere Spenden, Erbschaften und Sponsorengelder. Die Kosten für unser Vorgehen im Verhältnis zu dem existentiellem Risiko, diese Spenden, Erbschaften und Sponsorengelder im sechsstelligen Bereich zu verlieren, waren klein.
PNN: Es gibt Vorwürfe, aus Protokollen von Mitgliedsversammlungen seien kritische Stimmen getilgt worden. Ist das richtig?
Wanke: Keineswegs. Richtig ist, dass wir über unsere Mitgliederversammlung keine Wortprotokolle führen sondern den Verlauf und die Ergebnisse festhalten.
PNN: Wie bewerten Sie die Vorwürfe rund um den Hund “Bruno”, dass dieser zu spät behandelt worden sei.
Wanke: Dies ist mieseste Trittbrettfahrerei, die in einem grässlichen Widerspruch zur Tragik des Falls steht. Kurz nach Hinweis durch den Betreuer haben wir, die schon seit langem geplante Übergabe in eine Pflegestelle des TSV vorgenommen und diese sogleich damit beauftrag Bruno untersuchen zu lassen. Leider hat sich hier ein anderer Verein eingemischt bei dem die Pflegerin zur Miete wohnt.
PNN: Glauben Sie, dass die Mitgliedschaft Sie und den Vorstand am Freitag entlasten wird?
Wanke: Daran habe ich keinen Zweifel, kritische Stimmen gibt es immer aber letztendlich wird sich die Wahrheit durchsetzen.
PNN: Welche Plänen hat der Vorstand für das kommende Jahr, besonders bezogen auf ein neues Tierheim? Werden Sie sich um den Bau bewerben?
Wanke: Der amtierende Vorstand hat sich bisher an allen Interessenbekundungsverfahren als auch Ausschreibungen ob nun deutschlandweit oder europaweit beteiligt. – Mit dem kommenden Ausschreibung zählen wir nun sechs Verfahren. – Wie das bei der anstehenden Ausschreibung aussehen wird, kann ich nicht vorhersagen, da sie noch nicht veröffentlicht wurde.

Dieser Ansatz ist zu vertreten