Tierschutz in Potsdam nachhaltig geschädigt / Stadtverwaltung lehnt Anmietung des Tierheims durch TSV ab

Pressemitteilung des TIERSCHUTZVEREINS POTSDAM UND UMGEBUNG e.V vom 15.02.2009

Einbruch der Fundtierzahlen!

Betreute der TIERSCHUTZVEREIN POTSDAM UND UMGEBUNG e.V. in den Jahren 2003 – 2007 noch jährlich 720 Potsdamer Fundtiere, fanden im Jahr 2008 lediglich die Hälfte den Weg nach Beelitz.

Die neue Regelung durch die Stadtverwaltung sah vor, dass die gefundenen Tiere dem Ordnungsamt gemeldet werden mussten. Das Ordnungsamt traf dann die Entscheidung, ob es die Tiere nach Beelitz bringt oder nicht. Diese Konstellation führte zu diesem extremen Einbruch der Fundtierzahlen.

Waren Misstrauen und Überforderung schuld?

Brachten früher die Bürger dem TIERSCHUTZVEREIN POTSDAM UND UMGEBUNG e.V. Vertrauen entgegen, misstrauten sie wohl nun sowohl dem Amt als auch der betreuenden Pension. Darüber hinaus war das Ordnungsamt mit seiner Aufgabe anscheinend nach eigenem Bekunden überfordert. Die Ordnungsamtsleiterin antwortet in einem Interview vom 30.12.08 auf die Bemerkung des Interviewers: „Wenn alle ordentlich parken, würden sie keine Umsätze mehr machen.“ Antwort: „Schön, dann können wir uns auf andere Dinge konzentrieren. Ein paar mehr Tiere ins Pfötchenhotel fahren oder ähnliches. Wir haben da noch mehrere Dinge, um die wir uns gern kümmern würden.“ Wohl aus diesem Grund legte das Ordnungsamt den Ministererlass von 1993 immer wieder falsch aus. Der Erlass sieht vor, dass im Zweifelsfall alle Tiere aufgenommen werden müssen.

Schreckliche Konsequenzen!

Dies führte wohl auch zu Ablehnungen von schwer- und schwerstverletzten Tieren. Die Presse berichtete darüber. Eine Strafanzeige ist anhängig.

TSV POTSDAM am Rande seiner Leistungsfähigkeit!

Die Situation für Abgabetiere ist ebenso bedrückend. Seit Jahresfrist kann der TIERSCHUTZVEREIN POTSDAM UND UMGEBUNG e.V. seine Schützlinge nur noch in privaten Pflegestellen unterbringen, weil ihm die Stadt Potsdam das Tierheim entzogen hat. Dadurch konnten statt ehemals jährlich 330 Abgabetieren, im Jahr 2008 nur noch 100 Abgabetiere durch den Verein aufgenommen werden.

Für Wildtiere fehlt dem TIERSCHUTZVEREIN POTSDAM UND UMGEBUNG e.V. seit einem Jahr jegliche Unterbringungsmöglichkeit.

Die Gesetze missachtend!

Die Gemeinden sind per Gesetz zur Förderung des Tierschutzes verpflichtet, doch davon spürt man in der Stadt Potsdam nichts. Durch ihre Entscheidungen der letzten zwölf Monate schädigte die Stadtverwaltung den Tierschutz im höchsten Maße.

Kein Heim für den Verein!

Das vorerst letzte Drama in einer langen Reihe ist die Ablehnung der Stadtverwaltung, dem TIERSCHUTZVEREIN POTSDAM UND UMGEBUNG e.V. das alte Tierheim zu vermieten. Der Oberbürgermeister, an den er sich in seiner Not gewand hat, ließ ihn wissen, dass die Landeshauptstadt Potsdam nach wie vor nicht beabsichtigt, das Tierheim an den TIERSCHUTZVEREIN POTSDAM UND UMGEBUNG e.V. zu vermieten.

Wie soll es weiter gehen?

So wie die Stadtverwaltung Potsdam den TIERSCHUTZVEREIN POTSDAM UND UMGEBUNG e.V. derzeit aufs Korn genommen hat, kann die Konsequenz nur lauten, dass der TIERSCHUTZVEREIN POTSDAM UND UMGEBUNG e.V. sein eigenes Tierheim außerhalb der Stadtgrenzen bauen sollte.

Kommentare

Wann wird dieser Hickhack endlich beendet?

Herrn Heinzels KZ-Vergleich

Der unlängst von Herrn Heinzel im Otsteil Eiche gemachte KZ-Vergleich mit dem ehmaligen Tierheim Potsdams ist falsch und einer beachtlichen Ignoranz dem anderen Leben neben uns geschuldet. Falsch schon deshalb, weil ganz offensichtlich keinerlei Kenntnis über das damalige Domozil besteht.
Meines Wissens sind in Deutschland Tierheime durchweg überfüllt, was immer die Folge von verantwortungsloser Tierhaltung durch den Menschen ist.
Sind das jetzt alles Tier-KZs?
Das einstige und einzige Tierheim Potsdams und Umgebung platzte seinerzeit aus allen Nähten, das ist wahr. Dies wurde auch stets vom Tierschutz gegenüber der Stadt angemahnt, leider ohne Ergebnis.
Die Tiere wurden aber trotz aller Enge gut betreut, medizinisch versorgt, gefüttert, gestreichelt, verantwortungsvoll vermittelt. Sie wurden täglich im Wildpark ausgeführt, auch von vielen Ehrenamtlern. Es gab ausreichend Freiflächen zum Spielen und Toben.Viele Menschen nahmen sich liebevoll der Vierbeiner an.Es wurde versucht, Geld für die Tiere zu sammeln,so durch den Flohmarkt, Basare, Tage der offenen Tür, Frühlings- und Weihnachtsfeste und vieles mehr.
Hier von einem KZ zu sprechen, ist armselig und bedauernswert, es beleidigt auch die Menschen, die sich damals für die Tierheimtiere eingesetzthaben und dies auch heute noch tun, leider ohne Tierheim und unter sehr schwierigen Umständen (Straßenfütterungen, enorm viel privater Einsatz, sowohl zeitlich als auch finanziell).Die Stadtspitze sollte “die unendliche Geschichte” beenden, ohne persönliche Animositäten, bestenfalles mit derzeit ca. 800 Tierschützern und ungezählten Tierfreunden. Die sollte man auch bei der nächsten Wahl im September nicht unterschätzen.
Ich war persönlich anwesend, als der Oberbürgermeister versprach: “Potsdam bekommt ein neues Tierheim.”
Herr Heinzel, machen Sie sich bitte stark und verwenden Sie Ihre Energie für ein Tierheim in Potsdam, da würden Sie Größe zeigen und könnten vieles wieder gut machen.
Übrigens gibt es Tier-KZs – Schweinemastanlagen in unvorstellbaren Größenordnungen. Die kleinen “Mastferkel” werden kurz nach der Geburt ohne Betäubung kastriert, das Tageslicht sehen sie in ihrem kurzen Leben nie. Der Tod kommt durch Giftgas, aus dem sie oft nochmal erwachen – dann sind sie schon an einem großen Haken aufgespießt und werden bei vollem Bewustsein aufgeschnitten. Oder Gänse, denen eine krebsartige Stopfleber angequält wird, bis sie sich nicht mehr fortbewegen können – oder die Selektierung von Eintagskücken – was hier nicht gebraucht wird, kommt gleich in den Schredder, lebend. Diese Grausamkeiten ließen sich beliebig fortsetzen.
Das, Herr Heinzel, sind Tier-KZs.

Der Oberbürgermeister einer Stadt heißt deshalb so,weil ihm das leztendliche Absegnen aller gemachten Entscheidungen und Beschlüsse seiner Stadt obliegt.
Es gehört sicher auch zu seinen Aufgaben, die Aussagen seiner Stadtverordneten zu beurteilen und sie zu kritisieren, wenn dies nötig ist.
Warum tut er das im Fall der Heinzel-Aussage nicht?
Zählen für ihn nur die Zinnen und Putten, die in seiner Amtszeit gebaut wurden?
Ich habe die Vermutung, daß unser Stadtoberhaup sich den Satz zu eigen gemacht hat “Was interssiert mich mein Geschwätz von gestern”. Dafür gibts von mir keinen Applaus.
Wo ist nur mein schönes Potsdam geblieben?
- Wo ist bloß mein lebendwertes Potsdam geblieben?

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