Der Tierschutzverein Potsdam und u.U. e.V. hofft auf die Solidarität der Bevölkerung.

In wenigen Tagen muss der Tierschutzverein das Gelände am Wildpark beräumt haben. Die Frist zur Beräumung läuft am 31.03.08 aus. Nicht alle damit verbundenen Probleme konnte der Verein lösen. Die Tierschutzarbeit in der Region wurde nachhaltig zerstört. Es wird noch lange dauern, bis sich der Verein von diesem Tiefschlag erholen wird.

Die davon betroffenen Bereiche sind u. a. die Wildtiere. Jeder erinnert sich sicherlich noch an die Geschichte des leicht verletzten Schwans der sterben musste, weil die Stadt keine vernünftige Regelung getroffen hat. Die Stadt hat hier statt zur Lösung beizutragen Desinformationen gestreut, denen leider immer mehr Tiere zum, Opfer fallen. Wir bitten alle Tierfreunde, verletzte Wildtiere (außer Rehe) direkt zur Tierklinik in Düppel zu bringen. Die Berliner Tierklinik in Düppel springt hier, mit ihrem großzügigen Angebot alle verletzten Wildtiere kostenlos zu behandeln, in die Bresche, die durch die Potsdamer Stadtverwaltung geschlagen wurde, indem sie es dem Tierschutzverein unmöglich machte, weiterhin für jährlich ca. 100 Wildtiere aus dem Stadtgebiet Potsdam zu sorgen. Wir hoffen, dass sich auch die Ämter diesem Angebot nicht entziehen werden und zukünftig verletzte Wildtiere nach Berlin bringen werden oder adäquate eigene Lösungen auf die Beine stellen.

Ein weiterer Problembereich ist, dass die Fundtierzahlen deutlich eingebrochen sind. Die Bevölkerung beklagt sich, dass sie nicht wie früher nur einen Ansprechpartner hat, der rund um die Uhr für die Tiere erreichbar ist. Das Ausmaß der Situation wird einem schnell klar, wenn man berücksichtigt, dass sich allein in Potsdam nun die unterschiedlichsten Akteure, Ordnungsamt, Veterinäramt, Feuerwehr, Polizei, Stadtjäger, diverse Jagdpächter und Hundefänger, die Aufgaben des Tierschutzvereins teilen und dies in den neun anderen Gemeinden natürlich ähnlich kompliziert geworden ist. Der Bürger kann bei diesem Wirr Warr nicht mehr wissen wer nun zuständig ist.

Die Katzenkastrationen ist eine kostspielige Aufgabe aus der sich die Stadt Potsdam gänzlich raushält. Hier kann man nur hoffen, dass die guten Beispiele aus den Gemeinden Groß Kreutz, Michendorf und Nuthetal Schule machen. Diese Gemeinden lassen die streunenden Katzen unter Mithilfe des Tierschutzvereins auf eigene Kosten kastrieren. Der Tierschutzverein Potsdam bemüht sich in allen anderen Gemeinden einschließlich Potsdam das schlimmste zu verhindern. Die Stadt Potsdam, die dies nicht tut, hofft darauf, dass der Tierschutzverein dies aus eigener Kraft schafft, riskiert aber dabei, dass sich mit jedem Wurf Katzen das Problem der Fundtiere und damit das Tierleid vergrößert.

Seit dem der Potsdamer Tierschutzverein das Teirheim verloren hat und Abgabetiere nur noch in private Pflegestellen übernehmen kann, sind ihm quasi die Hände gebunden. Da sich die Stadt Potsdam für Abgabetiere nicht verantwortlich fühlt, müssen diese 300 bis 350 Tiere die allein der Potsdamer Tierschutzverein auf diese Weise jährlich übernommen hatte, momentan in den bereits überlasteten Tierheimen der Umgebung aufgenommen werden.

Um all diese Probleme schnellst möglich wieder in den Griff zu bekommen sucht der Tierschutzverein nach einem geeignetem eigenen Grundstück, auf dem er in Ruhe seine sich selbst gesetzten Ziele zum Wohle aller Tiere umsetzen kann. Denn Tierschutzvereine – anders als Gemeinden – unterscheiden nicht zwischen Fund- oder Abgabetier, zwischen Haus- oder Wildtier und zwischen verletzten oder unverletzten Tieren. Auf dem Weg zum eigenen Tierheim ist die Beräumung des städtischen Tierheims ein erster Schritt, den der Tierschutzverein am kommenden Samstag abend ab 18 Uhr mit allen Potsdamern auf dem Tierheimgelände abschließen will. Wir möchten allen Potsdamern die uns bisher zur Seite standen, die Gelegenheit geben auch diesen Schritt mit uns gemeinsam zu gehen. Das Tierheim, das wir gerade erst entscheidend umgebaut hatten, zu verlassen ist schmerzhaft, konnten wir uns doch hier fünf Jahre lang für die Tiere der Region einsetzen. Jedoch soll dies am Samstag keine Trauerfeier sein, sondern die Aufbruchstimmung die den Verein die letzten anderthalb Jahren getragen hat soll Grundlage des Abends werden. Das Tierheim wird an diesem Abend allen Interessierten ein letzte Mal offen stehen. Am Feuer im Hof, das den Abschied und den Aufbruch symbolisieren soll, möchten wir uns in gemütlicher Runde versammeln. Wer will kann Selbstmitgebrachtes über dem Feuer grillen. Wir bitten bei Futterspenden zu berücksichtigen, dass der Verein zur Erfüllung seiner Aufgaben vorläufig vor allen Dingen Katzenfutter benötigt.

Kommentare

Noch keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

(erforderlich)

(erforderlich)


*