Blickpunkt-Artikel vom 09.02.08 “Der Tod gehört dazu”

Der Tod gehört zum Leben dazu. Der Satz greift zu kurz. Eine platte Wahrheit von der Sorte wie: “Wo Licht ist, ist auch Schatten.” Bravo! Reflexion sieht anders aus. Dass Wildtiere sterben, kann niemand verhindern, doch wir reden hier nicht von natürlicher Auslese. Die Wildtiere werden durch Autos angefahren oder durch Bootsmotoren verstümmelt, verheddern sich in Angelschnüren oder fliegen gegen Fensterscheiben, werden durch Haustiere verletzt oder unbeabsichtigt zu Waisen gemacht.

Ist wieder einmal ein solcher Fall eingetreten, muss die Tötung bei Wildtieren früher in Betracht gezogen werden als bei Haustieren, weil die Überlebenschancen und Lebensqualität nach der Genesung zu berücksichtigen sind, aber in allen anderen Fällen stehen wir den verletzten Wildtieren gegenüber in der Verantwortung. Nicht die tierärztliche Behandlung der verletzten Wildtiere ist der unzulässige Eingriff in die Natur, sondern die Einengung ihrer Lebensräume. Durch den Menschen sind schon viele Tierarten ausgerottet oder vertrieben worden. Geben wir doch denen eine Chance, die noch mit uns leben, ob sie nun zu den bedrohten Arten gehören oder nicht, damit wir ihnen ein wenig von dem wieder geben was wir ihnen genommen haben und damit nicht noch weitere Arten auf die Rote Liste müssen.

Sicherlich gehört der Tod zum Leben dazu. Doch welche Aussagekraft hat dieser Satz in dem Kontext? Eigentlich keine! Nur die, dass die Stadt den Tierschutz allzu gerne für sich beansprucht aber immer wenn es darauf ankommt fehlt ihr das Geld. Es gibt keine gesetzlich Verpflichtung zum Tierschutz. Die Stadt beschränkt sich auf ihre Pflicht, der Betreuung der Fundsache Haus- und Heimtier, doch Tierschutz fängt früher an und geht weit darüber hinaus.

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