Das Chaos ist vermeidbar, die Kosten auch!
Der Tierschutzverein erhält von der Stadt Potsdam 126.000 Euro im Jahr. Dafür hat er zahlreiche Aufgaben erfüllt, wovon die Fund- und Verwahrtierbetreuung nur eine war. Wenn es bei der Kündigung bleibt, wird es zu chaotischen Zuständen in Potsdam und auch in den Umlandgemeinden kommen. Die Fragen, wie das zukünftig alles erledigt werden soll und wer es bezahlen wird, wurden bislang noch nicht beantwortet. Eine der wohl entscheidensten Fragen ist, wie die Stadt Potsdam sicherstellen will, dass die Qualität der Tierbetreuung auf dem jetzigen Niveau bleiben wird?
Wenn ein Unternehmen diese Aufgabe übernimmt, kann dieses Unternehmen die über 80.000 ehrenamtlichen und somit kostenlosen Stunden zur Tierbetreuung, wie sie der Tierschutzverein aufbringt, nicht ersetzen. Bei einem Stundenlohn von nur 5 Euro müsste der Unternehmer allein dafür 400.000 Euro ausgeben. Eine weitere brennende Frage ist, wie die Vermittlungsarbeit in der gleichen Qualität und in dem bisherigen Umfang aufrecht erhalten werden soll. Beides wird nicht annähernd aufrechterhalten werden können, weil sich ein Unternehmen die zeitaufwendige Vermitttlungsarbeit nicht leisten kann und auch keine kostenlose Radio- , Plakat-, Kinowerbung oder anderweitige Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt bekommt. Gehen aber die Vermittlungszahlen zurück, steigt die Aufenthaltsdauer der Tiere und somit steigen auch unweigerlich die Kosten für die Unterbringung.Wie hat sich die Stadtverwaltung Potsdam vorgestellt, sollen die Umlandgemeinden das Problem, vor dem sie nun so unvermittelt stehen, lösen? Geben sie, wie Potsdam, die Fund- und Verwahrtierbetreuung an eine Tierpension, werden auch hier Mehrausgaben entstehen. Eine auf Gewinn ausgerichtete Tierpension kann beim besten Willen nicht mit den Konditionen eines gemeinnützigen Vereins konkurieren.
Wie begründet die Stadtverwaltung die entstehenden Mehrausgaben für einen amtlichen Hundefänger, um die 24 stündige Rufbereitschaft des Tierschutzvereins zu ersetzen? Dies allein wären vier Arbeitplätze. Wie begründet sie die Mehrausgaben für die rundum die Uhr zu betreibende Auffangstation in Potsdam? Wieviel kostet die Herstellung der Auffangstation und woher wird dieses Geld genommen? Wer wird zukünftig die toten Tiere im Stadtgebiet einsammeln und entsorgen und wer trägt dafür die Kosten?
Wovon bezahlt sie die Kastrationen der streunenden Katzen, die bislang der Tierschutzverein übernommen hatte. Wovon bezahlt sie die 6 monatige Versorgung und Betreuung der streunenden Katzen, für die sie laut Gesetz zuständig ist, die aber bisher der Tierschutzverein übernommen hat? Auch die Potsdamer, die ihr Tier vermissen, werden zukünftig erheblich tiefer in die Tasche greifen müssen, weil der längere Anfahrtsweg nicht nur vom betreuenden Betrieb mit höheren Gebühren quittiert werden wird, sondern auch ihre eigene Anfahrt wird erheblich teurer werden. Aus welcher Kasse werden zukünftig die städtischen Mitarbeiter des Tierheims, die bei Kündigung des Betreibervertrages von der Stadt weiterbeschäftigt werden müssen, bezahlt? Wo werden die Ausbildungen der Lehrlinge fortgeführt und wer trägt die Kosten dafür? Wer kommt für die Mitarbeiter des Tierschutzvereins auf, die ab 01.01.2008 arbeitslos sein werden?
Dieses Chaos und die Mehrkosten, die jeder einzelne Steuerzahler zu tragen haben wird, lassen sich aber noch verhindern. Wenn schon die moralischen und ethischen Argumente nicht ziehen, dann reagieren die Fraktionen SPD, CDU, FDP und Grüne vielleicht auf das Kostenargument. Schicken sie Mails an die Fraktionsvorsitzenden dieser Fraktionen, in denen sie ihnen ihr Unverständnis über die drohenden Mehrausgaben zum Ausdruck bringen.
BuergerBuendnis-Stadtfraktion@Rathaus.Potsdam.de
SPD-Stadtfraktion@SVPotsdam.Brandenburg.de
CDU-Stadtfraktion@SVPotsdam.Brandenburg.de
Gruene-Stadtfraktion@SVPotsdam.Brandenburg.de
familienPartei-Stadtfraktion@Rathaus.Potsdam.de

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