Wir werden nicht aufgeben!

Die Stadt Potsdam hat uns gekündigt und auch bereits einen neuen Betreuer 30 km vom jetzigen Standort entfernt für die Fund- und Verwahrtiere der Stadt Potsdam benannt. Als Grund gibt sie unzureichende Zwingergröße und -zahl wie Auslaufgrößen an. Sie übersieht dabei tunlichst, dass sowohl die Zwinger als auch die Ausläufe vom städtischen Veterinäramt abgenommen und ohne Auflagen genehmigt wurden.

Was passiert mit den Fund- und Verwahrtieren der Umlandgemeinden?

Wo sollen zukünftig die Abgabetiere untergebracht werden? Jedes dritte vermittelte Tier im Potsdamer Tierheim ist ein Abgabetier, dem der Tierschutzverein die Odyssee des Ausgesetztwerdens ersparen konnte. Ohne Bleibe für den Verein fehlt auch eine Bleibe für über dreihundert Abgabetiere im Jahr, die der Verein von Privatpersonen übernimmt bevor sie ausgesetzt werden. Das heißt, wenn es nicht noch eine Wende gibt, werden evt. im nächsten Jahr über dreihundert Tiere ausgesetzt. Jedes einzelne ausgesetzte Tier, gilt es zu verhindern. Was wird mit den verletzten Wildtieren geschehen, die vom Tierschutzverein eine Überlebenschance bekommen haben? Was passiert zukünftig mit den kranken, alten und schwachen Tieren, die der Tierschutzverein auch wenn sie unvermittelbar waren bis zu ihrem natürlichen Tod betreut hat. Was passiert zukünftig mit den schwer erziehbaren oder aggressiven Hunden? Wer übernimmt zukünftig den 24 stündige Bereitschaftsdienst zur Tierrettung?

Die Umlandgemeinden werden vor ein schier unlösbares Problem gestellt. In so kurzer Zeit können nicht für alle Tiere adäquate Lösungen gefunden werden. Wir wehren uns entschieden gegen diese Pläne nach dem Motto: “Aus den Augen aus dem Sinn”. Solche unüberlegten Schnellschüsse gehen zu Lasten der Tiere. Es ist vorhersehbar, dass die Vermittlungsarbeit die sehr Zeit intensiv ist, nicht mehr in dem Maße wie bisher vorgenommen wird. Die Zahl der unvermittelten Fundtiere wird ein bisher ungeahntes Maß am Ende des Jahres erreicht haben. Anders als bisher muss dann immer noch die Stadt Potsdam für die Kosten aufkommen.

Wir fragen uns natürlich auch warum die Stadt Potsdam plötzlich bereit ist mehr als bisher auszugeben. Die Antwort darauf kennen wir nicht, aber wir wissen, dass die Stadt bislang 126.000 Euro für die Fund- und Verwahrtierbetreuung bezahlt. Inklusive der 24 stündige Rufbereitschaft, der Übernahme der Tiere nach 28 Tagen und dem Einsammeln der tote Tiere in der Stadt. Jetzt bezahlt sie für die Fund- und Verwahrtierbetreuung muss aber noch eine Auffangstation bauen und betreiben, muss die lebenden und die toten Tiere wieder selber einsammeln und steht am Ende des Jahres mit einem Berg von unvermittelten Tieren da, für die sie dann aufkommen muss. Außerdem werden die Löhne der ehemals städtischen Mitarbeiter des Tierheims wieder aus der Stadtkasse bezahlt werden müssen. Dies alles zusammen wird die Stadt im nächsten Jahr 200.000 bis 300.000 Euro kosten.

Warum der Tierschutzverein von der Stadt nicht mehr Unterstützung bekam, um die von der Stadt Potsdam zu verantwortenden Probleme im Tierheim aufzufangen konnte die Stadtverwaltung bislang nicht erklären.

Der Tierschutzverein hat sehr viel Arbeit in die Verbesserung der Bedingungen für die Tiere investiert und wird seine Umbauarbeiten auch über das gesetzlich geforderte Maß hinaus fortsetzen. Abertausende Arbeitsstunden wurden geleistet, um den Standort Wildpark für die Übergangszeit bis zum geplanten Neubau zu verbessern. Statt das Verfahren für den Neubau zu beschleunigen und somit im Vorfeld solche Lösungen wie Beelitz zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass möglichst bald ein neues und vorzeigbares Tierheim in Potsdam entsteht, wurden dem Verein immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen, wodurch sich der Neubau weiter verzögert.
Unser Appell geht an die Stadt Potsdam an den Verhandlungstisch zurückzukehren und mit uns zusammen nach einer für alle tragbaren Lösung zu suchen.

Liebe Potsdamer, die Tragweite der Entscheidung der Stadt haben wir bereits hier aufgezeigt . Bitte beteiligt Euch und unterstützt uns.

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