Rede vor den Stadtverordneten
Am 27.09.2006 hielt der Vorsitzende des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung e.V. eine Rede vor den Abgeordneten der Stadt Potsdam zum Thema “Potsdam braucht ein neues Tierheim“.
Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, “Potsdam braucht ein neues Tierheim.“ Der jetzige Standort am Wildpark ist zu klein. Das Tierheimgelände am Wildpark entspricht gerade einmal einem Fünftel des Potsdamer Bedarfs, die Umlandgemeinden nicht eingerechnet. Diese Bedarfsberechnungen fußt auf den Zahlen der Stadtverwaltung. Seit Langem sind die Haltungsbedingungen im Tierheim nicht artgerecht. Derzeit läuft eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen uns. Wir verbessern momentan die Haltungsbedingungen unserer Tiere indem wir nach dem Motto: “Aus Zwei mach Eins“, die Hundezwinger und die Katzenvolieren vergrößern. Trotzdem sind die Hundezwinger nach dem Umbau noch zu klein. Wir dürften nicht einmal einen Dackel in den bereits vergrößerten Zwingern halten. Wir reduzieren durch die Zusammenlegung der Zwinger zusätzlich die schon seit Langem zu geringe Kapazität. Um diesem Platzmangel entgegen zu wirken, arbeiten wir mit anderen Tierschutzvereinen zusammen und bringen unsere Tiere dort oder in eigenen Pflegestellen unter. Dringender den je, muss eine Lösung für Potsdam gefunden werden. Tiere brauchen Platz, um sich zu bewegen, aber auch um sich aus dem Wege gehen zu können. Das 1978 als provisorische Auffangstation errichtete Tierheim entspricht in keiner Weise den heutigen Anforderungen des Tierschutzgesetzes. Andere Kommunen des Landes bieten ihren Tieren weitaus bessere Lebensbedingungen trotz geringerer finanzieller Mittel. Die Landeshauptstadt Potsdam hat hier den Anschluss verloren. Unser Ziel ist es endlich tierwürdige Lebensbedingungen zu schaffen. “Potsdam braucht ein neues Tierheim.“ Fünf Jahre Standortsuche sollten jetzt erfolgreich abgeschlossen werden. Die Michendorfer Chaussee 144 erfüllt so perfekt wie kein anderes Grundstück die Bedingungen für ein neues Tierheim. Nirgends werden die Investitionen auch nur annähernd so niedrig sein und nirgends kann ein neues Tierheim so schnell wie in der Michendorfer Chaussee realisiert werden. Das Grundstück gehört der Stadt Potsdam. Es ist ca. 2,4 Hektar groß. Es liegt 5,5 km vom Hauptbahnhof entfernt direkt an der B2 und ist in 5 Minuten von dort mit dem Auto zu erreichen. Eine Zufahrt exsistiert und ein Parkplatz ist bereits angelegt. Mit den Öffentlichen ist es vom Hauptbahnhof in 9 Minuten zu erreichen, eine Bushaltestelle ist vorhanden. Die Lage in einem Waldgebiet ist ideal zum Ausführen der Hunde. Es verfügt über eine Bebauung, die zur Nachnutzung kaum besser sein könnte. Die Sanierungskosten der vorhandenen Gebäude entsprechen ca. der Hälfte der Neubaukosten an einem anderen Standort. Eine solide Umzäunung ist vorhanden. Es ist bereits voll erschlossen einschließlich asphaltierter Wege zwischen den Gebäuden. Abrisskosten für Altgebäude entfallen. Altlasten gibt es keine. Kosten für Lärmschutzmaßnahmen entfallen. Kosten für Ersatzmaßnahmen in der Landschaftspflege, für Flächenentsiegelung oder Geländemodellierung fallen ebenfalls nicht an. Es gibt kein Gelände, dass auch nur annähernd so geeignet wäre wie die Michendorfer Chaussee. Jedoch würde ein Tierheimneubau an jeder andere Stelle erheblich teurer werden. Die Möglichkeiten der Finanzierung durch den Tierschutzverein sind bei egal welchem Projekt, begrenzt. Wenn die Kosten steigen, steigt automatisch der Anteil der Stadt. Ich bitte Sie den Änderungsantrag der SPD abzulehnen und dem Antrag der PDS zu zustimmen und ihn nicht in die Ausschüsse zu verweisen. Ich bitte Sie den Weg für ein neues Tierheim heute frei zu machen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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